A 81 Rastanlage Hegau-West: Fünf Vulkane, ein Grader und ein Dackel

Dies ist Bauen vor erdgeschichtlicher Kulisse: Fünf - Gott sei Dank ruhende - Vulkane bilden den Hintergrund für die Sanierung und Ertüchtigung der Park- und Verkehrsflächen der Tank- und Rastanlage Hegau-West an der A81 nördlich von Engen. Sie ist mit 82 PKW-, 45 LKW- und acht Busparkplätzen für Reisende eine wichtige und beliebte Anlaufstelle. Bei laufendem Betrieb erneuert STORZ im Auftrage der Autobahn GmbH große Teile der Rastanlage im Teilausbau, also durch Austausch der Binder- und der Deckschicht. Im Schwerlastbereich allerdings greift man tief in die Substanz ein: Eine halbstarre Deckschicht soll diese Fahrbahnen und Parkplätze besonders widerstandsfähig machen gegen die erheblichen Belastungen durch schwere Fahrzeuge.

Es ist nicht viel los beim Besuch Anfang Juni auf dieser Raststätte zwischen Geisingen und Engen in Sichtweite des Bodensees. Zeitweise arbeiten hier allerdings bis zu 13 Storzianer unter der Bauleitung von Bernd Stanschewski, doch an diesem Tag sind nur drei Kollegen vor Ort. Polier Leon Hirmann führt den Gast über die Baustelle.

„Die Lkw-Stellflächen bauen wir im Vollausbau komplett neu“, erklärt er. „Das Ziel ist eine dauerhaft belastbare Fahrbahn für Fahrzeuge, deren Gewicht und Rangierbewegungen den Belag besonders beanspruchen. Die Dimensionen sind beachtlich. Allein im Vollausbau werden rund 8.500 m2 Fläche bearbeitet, insgesamt umfasst das Projekt etwa 10.500 m2.“ Begonnen hätten die Arbeiten Mitte April; bis Ende Oktober solle alles fertig sein.

 

Mehrschichtiger Aufbau für maximale Belastung

Um den enormen Belastungen standzuhalten, werde ein komplexer Fahrbahnaufbau umgesetzt. Insgesamt erreiche die Konstruktion eine Stärke von rund 30 cm. Die Grundlage bilde die Tragschicht, die gleich in zwei Lagen eingebaut werde. Hirmann: „Man kann eine solche Tragschicht nicht in einem Zug einbauen, weil sich die Masse sonst nicht ausreichend verdichten ließe.“ Darauf folge die Binderschicht, welche die Kräfte verteilt, gefolgt von der eigentlichen Deckschicht. Doch gerade hier komme eine besondere Bauweise zum Einsatz: eine sogenannte halbstarre Deckschicht.

Anders als bei anderen Rastanlagen, die vollständig in Beton ausgeführt werden, setzte man in Hegau-West auf eine innovative Asphaltlösung. Die halbstarre Deckschicht kombiniere die Vorteile von Asphalt und Beton, erläutert der Polier. Zunächst werde ein grobkörniger Asphalt eingebaut, der bewusst Hohlräume enthalte. Diese würden anschließend mit einer Zementschlämme verfüllt, die aushärte und dem Belag zusätzliche Stabilität verleihe.

Das Ergebnis sei ein Belag, der deutlich widerstandsfähiger sei. Hirmann: „Die Scherkräfte sind das große Thema bei schweren LKW oder Bussen. Mit dieser Bauweise verhindern wir, dass sich der Belag im Sommer aufschiebt.“ Insbesondere bei hohen Temperaturen neige herkömmlicher Asphalt nämlich dazu, weich zu werden und sich unter der Last der Fahrzeuge zu verformen. Gleichzeitig sei diese Bauweise wirtschaftlicher als ein kompletter Betonaufbau.

 

Bauen in Etappen

Eine besondere Herausforderung sei die Organisation der Bauarbeiten, erzählt Hirmann. Die Raststätte bleibe während der gesamten Maßnahme geöffnet; deshalb habe man sich entschlossen, in insgesamt sechs Bauphasen zu arbeiten. So müsse man jeweils nur Teilbereiche sperren, während der Rest weiterhin genutzt werden könne.

 

Präzisionsarbeit mit schwerem Gerät

Der Zeitplan sei straff. Acht Wochen nach Baubeginn stünden bereits erste Asphaltarbeiten an. Deshalb kämen zur Herstellung des Planums schwere Geräte zum Einsatz, unter anderem ein Grader. In seinem Cockpit Vitali Halturin. Mit dieser Spezialmaschine, gerne auch als Erdhobel bezeichnet, lassen sich große Bereiche innerhalb kurzer Zeit sehr genau planieren. Angesichts dieser weitläufigen Parkflächen ein effizienter Einsatz. Drazen Komsic verdichtet im Anschluss die vorbereiteten Bereiche mit seiner Walze.

 

Waldi schweißt das Team zusammen

Leon Hirmann ist sichtlich zufrieden mit der Arbeit seiner Kollegen bei diesem großen Projekt: „Klar, manchmal gibt es hier auch stressige Momente. Aber zum Abbau von Spannungen haben wir einen ganz speziellen Mitarbeiter“, schmunzelt er und führt an den Rand der Baustelle. Dort wartet sein Dackel, und wie es sich gehört, heißt der natürlich „Waldi“.

Für Waldi hat der Polier einen eigenen kleinen Laufstall eingerichtet. Dort wartet und wacht sein Dackel geduldig: bei Fremdem bellt er, bei Teamkollegen nicht. Diese kennt er, und vor ihnen lässt er sich in der Mittagspause gern verwöhnen. Und genau dies tut dem Klima auf dieser Baustelle gut. Ärger ist dann schnell verflogen.

Fünf Vulkane, ein Grader und ein Dackel – eine Baustelle, die im Gedächtnis bleiben dürfte.

 

Informationen zu den Bildern:

 

Die Tank- und Rastanlage Hegau West an der A 81 - STORZ saniert die Verkehrs- und Parkflächen.

 

Wegen der hohen Belastungen bekommen die Schwerlastbereiche besonders widerstandsfähige Fahrbahndecken.

 

Nach Anlieferung von Schotter zum Einbau der Frostschutzschicht: Mit einem Grader wird das Material innerhalb kurzer Zeit verteilt.

 

Wichtiges „Teammitglied“ auf vier Beinen: Leon Hirmanns Dackel „Waldi“.

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