Albstadt-Ebingen: Leitungsbau nach Maß – auf engstem Raum

Wer in die höher gelegenen Ortsteile von Albstadt will, wird in Ebingen möglicherweise die Klarastraße nehmen. Sie steigt deutlich an, links und rechts gesäumt von Bauten aus der unmittelbare Nachkriegszeit. Die Infrastruktur dieser nicht wenig befahrenen Kommunalstraße ist sanierungsbedürftig wird derzeit überarbeitet: STORZ erneuert die Gas- und die Wasserversorgung. Es handelt sich hier um einen detailreichen und technisch anspruchsvollen Leitungsbau nach Maß, und dies auf engstem Raum.

Dieser halbe Kilometer Tiefbaustelle hat es in sich. „Es ist weniger die Verlegung der Wasserhauptleitung oder der Gashauptleitung, die uns hier herausfordern“, sagt Polier Sven Würziger, der mit seinen Kollegen unter der Bauleitung von Luca Glück und im Auftrag der Albstadtwerke GmbH die unterirdische Infrastruktur saniert. „Es ist die Vielzahl an Hausanschlüssen, die wir hier ganz individuell zu installieren haben. Hier geht es wirklich um Maßarbeit, und dies oftmals auf engstem Raum.“ Mehr als 80 Gebäude sollen von den Storzianern an die neuen Versorgungsleitungen angeschlossen werden.

Es sind diese Kleinbaustellen zwischen den neuverlegten Hauptleitungen in der Straße und den Kellern der einzelnen Häuser: Jede ist anders. Pflasterflächen, Einfassungen oder andere Außenanlagen müssen sorgfältig aufgenommen und anschließend wiederhergestellt werden, und dies gilt auch für Vorgärten. Würzinger: „Während wir die Anschlüsse bis ins Hausinnere verlegen, müssen die Häuser natürlich notversorgt werden. Beim Wasser ist das relativ unkompliziert, aber beim Gas geht es eben nicht auf diese Wiese; da müssen wir anders vorgehen.“

Bei der Gasversorgung lege man zuerst eine bestimmte Strecke der neuen Hauptleitung sowie die Hausanschlüsse und prüfe dies alles anschließend auf Dichtigkeit, erläutert Würziger. Sodann verbinde man die neue Hauptleitung mit der alten, in der das Gas noch fließt. Zum Schluss könne man diese Strecke dann Umklemmen. Auf diese Weise müsse die Gasversorgung nur für kurze Zeit unterbrochen werden.

In der Tat reiht sich bei der Begehung der Baustelle entlang der Klarastraße Kopfloch an Kopfloch. Hierhin werden die abzweigenden Leitungen verlegt, in vielen Fällen auch grabenlos. „Wir haben regelmäßig eine Erdrakete im Einsatz und setzen diese in vielen Fällen auch aus dem Inneren der Häuser oder der Keller ein. Und da kann es dann manchmal wirklich eng werden“, erklärt der Polier die Arbeiten. Diese Bodendurchschlagsrakete erleichtere die Arbeiten allerdings sehr, wenn man sie denn einsetzen kann. Es hänge immer von der Lage der Leitungen und den Anschlusspunkten in den einzelnen Gebäuden ab. Rund 300 m Leitungen sollen auf diese Weise verlegt werden.

Die Besonderheiten der bestehende Bebauung und enge Platzverhältnisse, die kaum Spielraum ließen, seien das eine, fährt Würzinger fort. Fels und Findlinge im Boden seien das andere. Aber: “Na ja, wir sind hier auf der Alb…” Problematisch für die Bauleute seien auch Logistik und Lagermöglichkeiten. Der allseits beengte Raum mache das Materialmanagement nicht einfacher und erfordere eine besonders sorgfältige Planung und Abstimmung mit allen Beteiligten.

Und dann sind da natürlich noch die Anwohner der Klarastraße. Während der Bauarbeiten fallen viele Parkplätze am Straßenrand weg. Garageneinfahrten sind manchmal zeitweise nicht nutzbar. “Aber im Prinzip läuft es gut mit den Menschen hier”, berichtet Sven Würziger. “Die meisten haben Verständnis für unsere Aufgaben. Wichtig ist, dass man sich rechtzeitig informiert und abstimmt und sich vor allem respektvoll begegnet.”

 

Anspruchsvoller Leitungsbau auch in Albstadt-Truchtelfingen

Nicht nur in Albstadt-Ebingen erneuert man derzeit die unterirdische Infrastruktur, sondern auch im Ortsteil Truchtelfingen. Gleich zwei Projekte betreut Bauleiter Luca Glück hier: die Verlegung neuer Wasserleitungen in der Tannenbergstraße sowie ein ähnliches Projekt in der Josef-Haydn-Straße. Dort kommen allerdings noch Kanalbauarbeiten im Auftrag der Stadt Albstadt hinzu.

Am Tag des Besuchs Ende Juli haben Polier Timo Goreth und seine Kollegen die Baustelle in der Tannbergstraße gerade fertiggestellt; man „erwischt“ sie quasi beim Umzug mit Bauwagen und Radlader in Richtung Joseph-Haydn-Straße. Dort angekommen wartet schon STORZ-Trucker Thomas Karl. Er ist mit seiner Drei-Achs-Zugmaschine mit Anhänger gerade aus Tuttlingen gekommen und liefert einen Wasserschacht, einen Dumper und einen Kehrbesen an. Nicht einfach, in einem solchen Wohngebiet zu rangieren mit einem über 20 m langen Lastzug.

Auf dieser Baustelle gibt es also noch nichts zu sehen, aber man hat bis November einiges vor: Auf eine Länge von 300 m wird die Hauptwasserleitung erneuert, 33 Gebäude müssen individuell angeschlossen werden. Zusätzlich soll ein Kanalumschluss mit den entsprechenden Kanalbauarbeiten erfolgen; drei Wasserschächte sind zu setzen. Und letztlich folgen dann die Asphaltarbeiten auf 600 m2 Fläche. Dies alles in einer Sackgasse, abschnittsweise und unter Aufrechterhaltung der Anlieger- und Rettungszufahrten.

Für die STORZ-Tiefbauer ist Albstadt mit seinen Infrastrukturbaustellen immer wieder eine Herausforderung.

 

Informationen zu den Bildern:

 

Die Klarastraße in Albstadt-Ebingen - hier verlegen Storzianer neue Wasser- und Gasleitungen.

 

Über 80 Hausanschlüsse sind individuell und technisch anspruchsvoll zu bauen.

 

 

Polier Sven Würzinger.

Das zweite Team bei der Leitungsverlegung in Albstadt: Maschinist Horst Fritz, Polier Timo Goreth, Facharbeiter Azbi Zeqiraj (v.l.)

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