B28 Brühlbachbrücke: Eine Sanierung, die an Neubau grenzt

Verglichen mit dem spektakulären Ausbau der B28 vor den Toren von Bad Urach ist dies ein deutlich kleineres Bauprojekt, welches die STORZ-Bauwerkinstandsetzung in Sichtweite der Kollegen ausführt: die Teilerneuerung der Brücke über den Brühlbach vollzieht sich auf einer Gesamtlänge von nur 125 Meter. Trotzdem verlangt diese Maßnahme den Bauleuten sehr viel ab. Die Sanierung unter der Bauleitung von Nils Knittel und BWI-Bereichsleiter Marcus Weller kommt fast einem Neubau gleich. Polier Hannes Wappis realisiert dieses überschaubare, aber ausgesprochen anspruchsvolle Projekt im Auftragswert von 1 Mio. Euro zusammen mit seinen Kollegen Heiko Buchmüller, Lars Spangenberg und Christian Pitz.

Der Verkehr auf der B28 ist dicht und fließt ununterbrochen. Im Bereich der zu erneuernden Brühlbachbrücke wird er über eine eigens errichtete Behelfsfahrbahn im Süden geführt. Die Anlage dieses Bypass durch die Storzianer von der Großbaustelle war Voraussetzung für den Abbruch des alten Brückenbauwerks. Nach dessen Erneuerung soll dieses Provisorium wieder zurückgebaut werden.

Zum Zeitpunkt des Besuchs Mitte Oktober ist von der alten Brücke nichts mehr zu sehen. Das Bauwerk stammte aus dem Jahre 1958 und war durch Chloride wie etwa Tausalz arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die letzte Brückenhauptprüfung hatte einen „nicht ausreichenden Zustand“ ergeben. Bis auf die Widerlager wurde das Bauwerk komplett abgerissen. Dazu hatte man den Überbau in Segmente zersägt, die schließlich ausgehoben werden konnten. Anschließend wurden die Seitenelemente bis auf die Fundamente abgetragen.

Dann begann der Wiederaufbau dieser tragenden Teile. Marcus Weller: „Unser Bauprojekt ist zwar recht klein. Aber es steckt alles drin, was man im Ingenieurbau haben kann: Fertigteile, Ortbeton, komplexe Schalungen, Baubehelfe mit Umfahrungen, viele Schnittstellen.“

Was er mit komplexen Schalungen meint, wird mit Blick auf die abknickenden Fundamente und Widerlager deutlich, die neu aufbetoniert werden. Zusammen mit einem Helfer baut Heiko Buchmüller die einzelnen Segmente ein. Lars Spangenberg reicht sie ihnen per Kran an.

Bis zum Ende des Jahres sollten die wetterkritischen Arbeiten einschließlich Gussasphalt fertiggestellt werden - vorausgesetzt, das Wetter macht auch mit.

 

Informationen zu den Bildern:

 

Brühlbachbrücke und Bypass im November 2025 – Die Arbeiten sind bereits weit fortgeschritten.

Bild: Benedikt Matt / m. frdl. Genehmigung d. RP Tübingen.

 

Die Schalungen des künftigen Unterbaus der Brühlbachbrücke sind ausgesprochen komplex.

 

Der Brühlbach fließt von den Uracher Wasserfällen zur Erms und führt im Winter reichlich Wasser.

 

BWI-Bereichsleiter Marcus Weller und Polier Hannes Wappis.

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