B33 Tunnel Röhrenberg: „Das Gröbste ist geschafft!“
Dieser Tunnel trägt die Nummer 2 von insgesamt dreien. Er verläuft zu Füßen des Röhrenberges bei Allensbach – daher sein Name. Er ist das westlichste Lärmschutz-Bauwerk bei dem Megaprojekt, die B33 - dem erheblichen Verkehr angepasst und gleichzeitig von den Menschen zwischen Allensbach und Konstanz akzeptiert - über diese Strecke des Bodanrück in großen Teilen unterirdisch zu führen. Der Tunnel Waldsiedlung am östlichen Ende dieses Neubaubereichs ist seit zwei Jahren in Betrieb. Der mittlere Tunnel Hegne ist geplant, aber noch nicht ausgeschrieben. Bauleiter Andreas Böhringer, der zusammen mit Polier Kai Penkwitz das Storzianer-Team anführt, informiert über den Stand der Arbeiten am Tunnel Röhrenberg.
„Das Gröbste ist geschafft“, stellt Andreas Böhringer zufrieden fest. Er meint damit allerdings nicht die Gesamtheit der Arbeiten. Der Rohbau dieses Tunnels in offener Bauweise soll 2028 fertiggestellt sein, um technisch ausgerüstet ein Jahr später dem Verkehr übergeben zu werden. Er meint vielmehr das tägliche Ringen mit den speziellen geologischen Verhältnissen am Bodensee. So manchen Bauleuten bereiten die nämlich nach wie vor schlaflose Nächte.
Hier bei Allensbach sei es nicht ganz so schlimm wie vor wenigen Jahren im Bereich des Tunnels Waldsiedlung, so der Bauleiter. Mit dem Abschmelzen des großen Rheingletschers während der letzten Eiszeit seien im Bereich des Bodensees nämlich die unterschiedlichsten geologischen Formationen entstanden, Moränen und Schmelzwasserrinnen, auf die Bauleuten von heute treffen, Sande und lockere Gesteine, schwammigen Baugrund, und das alles auf kurze Distanzen. Dies bedeute praktisch: Wer hier in die Tiefe baut, müsse umfangreiche Sicherungsmaßnahmen vorsehen.
Spundwände und Trägerbohlwände links und rechts der Baugrube zeigen, was Böhringer meint. Im Bereich der Schmelzwasserrinne schützt eine rückverankerte Spundwand die Baugrube. Hier stehe Grundwasser an, entsprechend dicht müsse der Verbau sein, erklärt Böhringer dazu. Die weniger kritischen Bereiche weisen links und rechts Trägerbohlwände oder sogenannt „Berliner Verbaue“ auf. Hier wurden rückverankerte Stahlträger gesetzt, in die man anschließend Holz-Ausfachungen einbaute. Dies alles auf einige hundert Meter Strecke. Immerhin soll der Tunnel Röhrenberg mit seinen beiden Portalbauwerken insgesamt 970 Meter lang werden.
Entsprechende Mengen an Bodenaushub fallen hier an. Böhringer: „Wir rechnen insgesamt mit 280.000 m3 Aushub. Zwei Drittel davon, also circa 190.000 m3, haben wir bereits geschafft.“ Dieses Bodenmaterial werde zum großen Teil direkt wieder eingebaut und zur Hinterfüllung und Überschüttung des bereits bestehenden Tunnelrohbaus genutzt. Auch auf dieser Baustelle finde also ein sinnvoller Materialkreislauf statt.
Vieles habe man auch zur Vorkonsolidierung an die spätere Tunnelbaustelle Hegne transportiert. Hier muss der Boden komprimiert und entwässert werden. Dazu dienen als Auflast auch Bodenmassen vom Tunnel Röhrenberg. Einen weiteren Teil des Aushubs habe man auf dem Gelände des STORZ-Kieswerks Kohler in Welschingen zwischengelagert.
Von welchen Dimensionen beim Tunnel Röhrenberg die Rede ist, zeigen die Luftaufnahmen von STORZ-Vermesser Sebastian Danner. Knapp einen Kilometer lang und 22 Meter breit wird das unterirdische Bauwerk mit seinen beiden Röhren, durch die der Verkehr vierstreifig fließen wird. In der ARGE ist Eiffage für den Ingenieurbau zuständig, STORZ und Schleith teilen sich Erd-, Tief- und Straßenbau. Die ersten 200 m des Rohbaus habe man bereits angeschüttet und teilweise auch schon überschüttet, erläutert Böhringer.
Mit Blick auf die geologischen Herausforderungen, die seine Kolleginnen und Kollegen hier bereits gemeistert haben, ist der Bauleiter also zufrieden. Guter Dinge ist er auch, den Bauzeitenplan insgesamt zu halten. In vier Jahren sollte hier der Verkehr also fließen, so Andreas Böhringer.
Die beteiligten Storzianer: Andreas Böhringer (Projektleitung), Kai Penkwitz (Polier), Jonas Häring (Vorarbeiter) Fabian Hartmann, Mark Bayer (Maschinisten), Levin Blaas (Facharbeiter), Vasile Jijie, Alexandru-Nicolae Stefaniga, Luca Pugliese (Fachwerker), Alexander Martin (Abrechner)
Informationen zu den Bildern:
Der Tunnel Röhrenberg bei Allensbach - das westlichste von drei Lärmschutz-Bauwerken am Bodensee. Mit seinen beiden Portalbauwerken wird der Tunnel Röhrenberg 970 m lang.
Vierstreifig soll ab 2029 der Verkehr auf der B33 durch diesen Tunnel führen.
Hinterfüllung und Überschüttung des Rohbaus sind in vollem Gange. Dazu nutzt man den Bodenaushub vom östlichen Bereich der Baustelle.
Trägerbohlwände schützen die Aushubarbeiten. Wo drückendes Grundwasser zu erwarten ist, wurden Spundwände gesetzt.