Breitbandausbau Wilhelmsdorf: Bunte Leitungen gegen „weiße Flecken“

Seit fast zwei Jahren arbeiten sie nun hier, die Kollegen von STORZ und von Schöppler. Ihre Aufgabe: mit bunten Leitungen weiße Flecken eliminieren. Bunte Leitungen, das sind die vielfarbigen Leerrohre oder neudeutsch „Speedpipes“, durch welche später Glasfaserleitungen eingeblasen werden, um das schnelle Internet auch hier aufs Land zu bringen. Denn Wilhelmsdorf und seine Umgebung gehörten bislang zu den „weißen Flecken“ in Baden-Württemberg, also den mit Breitband unterversorgten Landstrichen. Dies ändert sich jetzt mit hoher Geschwindigkeit.

Dem politischen Kraftakt folgte der bautechnische Marathon. Als im Sommer 2024 Politiker und Unternehmensvertreter den Startschuss gaben für diese vom Land Baden-Württemberg zu 90% bezuschusste Großinvestition von insgesamt 15 Mio. Euro, sprinteten die Bauleute von STORZ und Schöppler los. Sie teilen sich die vier Baulose der Flächengemeinde: Storzianer sind zuständig für die Lose 1 und 3, die Kollegen von Schöppler für die Lose 2 und 4. Eine Premiere für die beiden Unternehmen; bis zu diesem Zeitpunkt hatte man bei den verschiedensten Projekten immer mal wieder nacheinander gearbeitet, aber noch nie parallel.

Für STORZ hat Luca Hinderhofer die Bauleitung inne, für Schöppler Robin Püschel. Beide haben sie mit ihren rund 20 Kollegen innerhalb von knapp zwei Jahren eine Aufgabe gestemmt, welche allen nicht nur langen Atem, sondern auch besonderes Engagement abverlangte. „Wir sind in den Endzügen bei diesem Großprojekt“, stellen sie beide zufrieden fest und räumen gleichzeitig ein, dass sehr viel Detailarbeit im Spiel war.

Gespräche mit den Bauleitern können jeweils nur Schnappschüsse beschreiben - die Arbeiten gehen zu schnell voran. Beiden merkt man aber die Zufriedenheit mit dem Baufortschritt dieses für Wilhelmsdorf so wichtigen Projektes an.

Ende März beschreibt Schöppler-Bauleiter Robin Püschel den damals gültigen Baustand: „Aktuell laufen die Arbeiten in Wilhelmsdorf - dies ist Los 4 - in der Esenhauserstraße. Polier ist Mathias Seeger. Dort verlegen wir unter Vollsperrung die Glasfasertrasse. Insgesamt entstehen acht Verbände – vom Saalplatz bis zur Panoramastraße. Auf diesem Abschnitt queren wir die Fahrbahn 15mal und binden dabei 15 Gebäude an das Netz an.“

Parallel schreiten zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten in der Siedlung Niederweiler voran, nicht weit entfernt von Wilhelmsdorf. Dort sind die Hauptverbände bereits vollständig verlegt, sämtliche Hausanschlüsse sind fertiggestellt. Der nächste Schritt ist nun die Anbindung an das übergeordnete Hauptnetz.

Fleiß- und Detailarbeit - in Wilhelmsdorf sind ca. 540 Hausanschlüsse zu legen, in Zußdorf, dem Los 2, sind es ca. 350.

Auch dort wird intensiv gebaut. Püschel: „In der Austraße und in der Bräuhausstraße verlegen wir in der Spitze bis zu 13 Verbände in einem Graben. Diese Trasse ist von zentraler Bedeutung: Sie verbindet den PoP – den zentralen Netzknoten – mit dem nördlichen, östlichen und südlichen Netzbereich von Zußdorf und stellt damit die leistungsfähige Versorgung des Ortsteils sicher.“

 

Grabenlose Leitungsverlegung

Püschels Kollege Luca Hinderhofer hat als STORZ-Bauleiter in seinen beiden Losen ca. 280 Hausanschlüsse „auf dem Zettel“. Zuständige Poliere sind beim Los 1 Thomas Götz und Joachim Krämer und beim Los 3 Stefan Briegel; sie setzen mit ihren Teams die Maßnahme um.

Hier spielt auch oft genug grabenlose Verlegung eine wichtige Rolle. Im Los 1 seien 4.500 lfm und im Los 3 1.020 lfm mit Rohren DN200 verlegt worden, berichtet Hinderhofer. Bei kleineren Pressungen bis DN50 seien es in Los 1.230 lfm und in Los 3 40lfm gewesen. Für diese Dimension habe STORZ übrigens ein eigenes Gerät angeschafft: eine Grundosteer-Richtpressanlage. „Damit lässt sich durch hydraulisches Pressen mit einem ortbaren Lenkkopf recht schnell arbeiten, ohne dass Straßen oder Gärten aufgerissen werden müssen. Auf kostspielige Bohrspülungen kann man so auch verzichten,“ so der Bauleiter.

Die Einrichtung von Hausanschlüssen bedeute natürlich hohen Kommunikationsaufwand mit den Anwohnern. Hinderhofer: „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind aber weit überwiegend positiv. Viele haben die praktischen Möglichkeiten erkannt, im Home-Office zu arbeiten und gleichzeitig naturnah zu wohnen. Manche sehen in einem Breitbandanschluss eine Wertsteigerung für ihre Immobilie, und ein Feriendorf wollte sich unbedingt ans schnelle Internet anschließen lassen, weil die Gäste dies so verlangen.“

Ein schönes Feedback also für die Bauleute, die nach fast zwei Jahren die vormals weißen Flecken rund um Wilhelmsdorf durch bunte Breitband-Leitungen im Untergrund bald mit schnellem Internet versorgt haben werden.

 

 

Die beteiligten Kollegen von STORZ:

Bauleitung: Luca Hinderhofer; Los 1: Polier Thomas Götz, Facharbeiter Oliver Hagen, Maschinist (Sub) Simon Bentele, Azubi Levin Neher; Polier Joachim Krämer, die Facharbeiter Thomas Dölitzsch und Jean-Paul Rinck, Maschinist Ismet Barucic; Los 3: Polier Stefan Briegel, Facharbeiter Florian Glöggler, Maschinist (Sub) Klaus Zylinski, Azubi Ravinder Singh Kundu.

Die beteiligten Kollegen von Schöppler:

Bauleitung: Robin Püschel; Polier Mathias Seeger; Los 4: Jimmy Kreuter, Manuel Marek, Farko Malovcic, Konrad Koltun (Maschinisten), Emanuel Keller, Marius Becker, Rudolf Schraudolf, Tekin Cicek (Facharbeiter), Florian Komarek, Thomas Bill (Fachwerker); Los 2: Daniel Sohmer, Niko Sohmer (Maschinisten), Gimmeh Sowe, Michael Renz (Facharbeiter) Petrit Arkosi, Ali Ramadan (Fachwerker).

 

Informationen zu den Bildern:

 

Breitband Ausbau in Wilhelmsdorf - hier an der Badenerstraße im Ortsteil Niederweiler.

 

Schöppler-Polier Mathias Seeger.

 

Bunte Leitungen gegen weiße Flecken - Breitbandausbau in Wilhelmsdorf.

 

STORZ-Bauleiter Luca Hinderhofer und Polier Thomas Götz.

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