Deponie Scheinberg: Reserven schaffen für Jahrzehnte

Deponiebauer und Deponiebetreiber müssen in Jahrzehnten denken. So erweitert der Landkreis Lörrach derzeit seine Mülldeponie Scheinberg im Kleinen Wiesental, in welche vor allem Gemeinden wie Hausen im Wiesental, Schopfheim, Maulburg und Steinen mineralische Abfälle bis zu DK-2 entsorgen. Ein Jahr lang arbeiten die Kollegen von STORZ Deponiebau und CONVIA GeoConsult unter der Bauleitung von Marius Binkert an dieser Aufgabe, zu der erhebliche Erdbewegungen gehören.

Eigentlich gehöre das Wiesental nicht zum klassischen STORZ-Einzugsgebiet im deutschen Südwesten, räumt Marius Binkert ein: „Allerdings müssen wir im Deponiebau uns nach den möglichen Baustellen und deren Standorten richten, vergleichbar mit unserem Bereich Großprojekte.“ Man sei also geographisch flexibel, auch was das Personal angehe. Polier bei dieser Maßnahme ist nämlich erstmals Sebastian Fritsche aus der Niederlassung Donaueschingen.

Bis zum geplanten Bauende im November 2026 will man hier ca. 90.000 m3 Bodenmassen bewegen. Ein Teil davon, ca. 75.000 t Sandstein, soll in Zusammenarbeit mit STORZ Baustoffe aufbereitet und vermarktet werden. Die recht abgelegen in einem Waldgebiet am Scheinberg gelegene Deponie bekommt im Süden eine Erweiterungsfläche. Diese befindet sich zwischen dem bisherigen Deponiekörper und einem Waldhang. Hier sind angesichts der anfallenden Niederschlagsmengen bedeutende Entwässerungsmaßnahmen im Gange. „Derzeit laufen in einem ersten Bauabschnitt die Vorarbeiten für den Baustart im Frühjahr. Hierfür legen wir aktuell großes Augenmerkt auf die Entwässerungssituation mit dem Einbau großflächiger Gräben, Rigolen sowie eines Retentionsbecken“, erläutert Marius Binkert.

Bei all diesen Baumaßnahmen habe man besonders den Arten- und Naturschutz zu beachten, ergänzt der Bauleiter. Es gelte, bestimmte Tierarten wie etwa Eidechsen in ihrem Bestand nicht zu gefährden.

Mit der Erweiterung dieser DK-2-Deponie in drei Bauabschnitten auf einer Gesamtfläche von 7 ha will der Kreis Reserven schaffen und ein zusätzliches Ablagerungsvolumen von 1,75 Mio. m3 generieren. Man will auf diese Weise Entsorgungssicherheit herstellen für die mineralischen Restabfälle des Kreisgebietes in den nächsten 30 bis 40 Jahren.

Eine klassische Hausmülldeponie wie in früheren Zeiten sei diese Deponie nur in Altabschnitten, weil seit 2005 gilt in Deutschland ein Ablagerungsverbot für organische Abfälle herrsche, erklärt Marius Binkert weiter. Abfälle wie der klassische Hausmüll müssten zuvor thermisch behandelt werden wie z.B. in der Verbrennungsanlage im schweizerischen Weinfelden. Erst deren Schlacken würden als mineralischer Abfälle dann hier eingelagert. Eine Zusammenarbeit also über die Grenzen hinweg.

Für STORZ bedeutet diese Deponie-Erweiterung im Kleinen Wiesental einen Auftrag im Gesamtwert von ca. 8,5 Mio. Euro.

 

Informationen zum Bild:

Die Erweiterungsfläche auf der Deponie Scheinberg misst 7 ha und befindet sich zwischen dem Waldhang links und dem bestehenden Deponiekörper.

Zurück