Drei Storzianer und das große G

Der Großglockner ist der höchste Berg Österreichs. Mit 3798 m überragt er nicht nur die Bergwelt der Hohen Tauern, sondern auch den Rest des Landes. Drei Storzianer haben diesen Gipfel nun gemeinsam bezwungen: Markus Elsen, Christian Rebmann und Christoph Feger. Einen Moment lang war am berühmten Kaiserkreuz auf dem Gipfel sogar ein im Südwesten Deutschlands wohlbekanntes Banner zu lesen: STORZ - Wir bauen für Sie!

Es ist schon sehr lange her, dass Automobilisten stolz ein großes G auf ihre Heckscheibe klebten. Mit ihrem Fahrzeug hatten sie zuvor die Hochalpenstraße und den Großglocknerpass in 2571 m Höhe erfolgreich gemeistert. Dies sprach für die technische Qualität seines Motors.

Technische, physische und psychische Qualitäten müssen besonders die Menschen beweisen, die ohne motorisierte Hilfsmittel diesen höchsten Berg des Nachbarlandes bezwingen wollen. Ihnen geht es dann um persönliche Herausforderungen. Wie anders wollte man sonst erklären, dass Bergsteiger insgesamt 13 Stunden unterwegs sind auf nicht ganz ungefährlichen Wegen und in steilen Wänden, um eine Viertelstunde auf dem Gipfel dieses Berges zu verbringen? Sie tun gut daran, sich frühzeitig intensiv vorzubereiten, mit körperlichem und mentalem Training und akribischer Routenplanung.

„Genau das haben wir gemacht. Bei einer solchen Hochtour ist nicht nur die körperliche Fitness entscheidend. Ebenso wichtig sind perfekte Seil-, Knoten- und Sicherungstechniken. Jeder Handgriff muss sitzen und die Knoten müssen passen. Es kommt weniger auf Kraft an - es ist der Kopf.“ STORZ-Geschäftsführer Markus Elsen weiß, wovon er spricht. Er ist ein erfahrener „Bergfex“. Zusammen mit Christian Rebmann, Geschäftsführer STORZ Baustoffe, und Christoph Feger, Bereichsleiter Großprojekte, bildet er nicht zum ersten Mal eine erfolgreiche Seilschaft. Die Kollegen waren bereits zusammen auf dem schweizerischen Mönch und auf der Zugspitze. Schon zweimal hatten sie vergeblich versucht, den Großglockner zu besteigen. Schlechtes Wetter und gesundheitliche Probleme hatten ihnen jeweils einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Jetzt aber gelang es ihnen endlich, diesen höchsten Berg Österreichs zu bezwingen, zusammen mit einem ebenfalls erfahrenen Bergsteiger aus Irndorf, Stefan Alber, einem Schulfreund von Christoph Feger. „Es ist schneller und sicherer, in Zweiergruppen zu gehen“, erläutert dazu Markus Elsen. „Deshalb war uns ein vierter Mann willkommen.“ Teamwork am Berg also.

Um kurz nach 5 Uhr habe die Tour an einem Morgen im Juli begonnen, fährt er fort. Der Aufstieg von der Stüdlhütte habe sie zunächst über den Teischnitzkees-Gletscher geführt, mit Steigeisen, Pickel und Seilsicherung, anschließend über den Stüdlgrat bis zum Gipfel des Großglockners. „Dieser Aufstieg fordert einen schon“, sagt Elsen. „Diese Route hat auf der UIAA-Skala für Alpines Klettern den Schwierigkeitsgrad III+, ist also schon anspruchsvoll. Wir haben darauf geachtet, kein Gramm zuviel zu transportieren, denn all das kostet natürlich Kraft.“

Am Gipfel dann konnte man den grandiosen Ausblick nach Tirol und nach Kärnten genießen, 200 km weit. Der Großglockner trennt diese beiden österreichischen Bundesländer.  Das Kaiserkreuz - gewidmet Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth - markiert seit fast 150 Jahren diesen höchsten Gipfel Österreichs. „Ein grandioses Panorama bei herrlichem Sonnenschein“, erzählt Markus Elsen. „Allerdings ist es ziemlich windig da oben und selbst im Sommer 4 Grad kalt!“

Den drei Storzianern im Kletterteam war es natürlich ein Herzensanliegen, kurzzeitig das Gipfelkreuz mit einem Banner ihres Unternehmens zu ergänzen. „STORZ - Wir bauen für Sie“ - wenngleich auch noch nicht in Österreich.

Zurück ging es nach einer guten Viertelstunde Aufenthalt über die Glocknerscharte zum benachbarten Kleinglockner. Dies sei noch einmal eine ziemliche Mutprobe gewesen, so Elsen: „Über den dortigen Grat müssen Sie ungesichert gehen. Der ist nur einen halben Meter breit und rechts und links geht es einige hundert Meter runter.“ Nichts für Menschen, die unter Höhenangst leiden und nicht schwindelfrei sind.

Über den sogenannten „Normalweg“ habe man kurz vor 18 Uhr dann wieder die Stüdlhütte erreicht, berichtet der STORZ-Geschäftsführer. „Rund 13 Stunden hat diese Tour gedauert. Die körperliche Belastung war enorm. Da hat jeder von uns wahrscheinlich 5.000 Kalorien verbrannt. Ein Marathonlauf ist nicht so zehrend.“

Erfolg macht bekanntlich hungrig. Jetzt blicke man in Richtung Ortler oder Weisshorn als nächste Kletterziele, und ganz in der Ferne nehme man auch das Matterhorn ins Visier, sagte Elsen. Doch nun haben Bergfexe aber erst einmal den Großglockner ins Tourenbuch eingetragen. Ob Sie dort zusätzlich ein großes G einkleben, so wie es die Autofahrer früher auf ihren Heckscheiben taten, weiß man nicht. Verdient hätten sie's allemal.

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