ESG “Immengärtle”: Die Rocky Mountains von Zepfenhan
Der Wohnraummangel in Deutschland ist inzwischen sprichwörtlich. Auch in ländlichen Gemeinden suchen Menschen häufig vergeblich nach einem Zuhause. Im Rottweiler Ortsteil Zepfenhan will man das örtliche Wohnraumproblem jetzt für lange Zeit lösen. Auf einer Fläche von 3,7 ha entstehen derzeit 26 Bauplätze für Einfamilienhäuser sowie weitere Flächen für Doppelhäuser, Modulhäuser, ein Mehrfamilienhaus und nicht störendes Gewerbe. Storzianer aus der Niederlassung Donaueschingen erschließen dieses Gebiet.
Wo sich links und rechts der Kepplerstraße bis zum September vergangenen Jahres noch Felder und Wiesen erstreckten, bewegen jetzt schwere Baufahrzeuge erhebliche Erdmassen. Grau und braun erheben sich übermannshohe Gebirge an Mutterboden und Fels. Ausgehobene Gräben legen Gesteinsschichten frei und geben so Einblick in die hiesige Geologie. Unter dem Mutterboden bestehen diese Formationen des Schwarzen Jura aus Lehm und Kalksteinen. In diesen Sedimenten fand sich übrigens der eine oder andere Ammonit. Dieser Bodenaushub bildet derzeit Zepfenhans lokale „Rocky Mountains“.
Unter der Regie von Oberbauleiter Marcus Eckert und Bauleiter Maurice Scherzinger realisieren Polier Waldemar Schroth und seine Kollegen diese Baustelle. Hier sind allein drei Kettenbagger und ein Radbagger im Einsatz. Eine mobile Brechanlage zerkleinert die ausgehobenen Felsen. Schroth: „Dies ist ein richtig großes Projekt, das wir nach Plan bis zum Jahresende abschließend sollen. Wenn es gut geht, werden wir aber früher fertig!“ Der Polier ist trotz der Behinderungen durch das Winterwetter optimistisch. Im September 2025 hatte man hier mit den Arbeiten begonnen.
In der Tat ist das schwere Gerät bei diesem Projekt, das mit 2,2 Mio. Euro bei STORZ in den Büchern steht, nicht übertrieben. Die Gräben für die Kanäle im Trennsystem liegen zum Teil bis zu 3,8 m tief. Zahlreiche maßgefertigte Schächte verknoten das Netzwerk der Schmutz- und Regenwasser-Kanäle im Untergrund. Spezielle Stauraumkanäle und Drosselschieber puffern später die Mengen an Niederschlagswasser, die erwartet werden.
Schroth: „Mit einer Felsfräse wären wir hier nicht weit gekommen. Das Gestein ist so hart, dass wir Meißel einsetzen müssen. Von Dezember bis Anfang März haben zwei unserer Baggerfahrer, Andreas Kopp und Luca Saputo, die gesamten Grabenbereiche durchgemeißelt und den Fels so zerkleinert, dass wir ihn anschließend nur noch ausheben mussten. Ein großer Aufwand, der aber nötig war.“
Nach und nach werden die Felsen dieses grau-braunen Gebirges aus Bodenaushub zerkleinert und als Schotter wieder eingebaut. Man habe hier natürlich die strengen Vorgaben der Ersatzbaustoffverordnung und des Abfallrechts zu beachten, erläutert Waldemar Schroth. Dazu würden regelmäßig Bodenuntersuchungen vorgenommen.
Noch ist man nicht so weit, das neue Wohngebiet mit den Leitungen für die Wasser- und Stromversorgung, Straßenbeleuchtung und schnelles Internet auszurüsten. Gasleitungen sind nicht vorgesehen. Aber Polier Schroth ist überzeugt: „Das wird schön hier!“
Mehrere bis zu 6 m breite Erschließungsstraßen sollen später die Grundstücke miteinander verbinden. Diese sind zwischen 370 und 880 m2 groß. Das „Immengärtle“ soll so dem historischen Zepfenhan als neues Quartier ein modernes Gesicht geben unter dem Motto „Wohnen und Arbeiten im Dorf“.
Informationen zu den Bildern:
Die „Rocky Mountains“ von Zepfenhan - graubrauner Bodenaushub im entstehenden Erschließungsgebiet „Immengärtle“.
Hier werden Kanäle in bis zu 3,8 m Tiefe eingebaut. Lehm und Kalkstein des Schwarzen Jura finden sich im Untergrund.
STORZ-Polier Waldemar Schroth.
Bis spätestens Ende 2026 sollen die Arbeiten hier beendet sein.