In Albstadt und Balingen: Zwei Deponieprojekte auf der Zielgeraden

Diese beiden Deponiebaustellen sind Investitionen in die Zukunft. Mit dem Ausbau und der Erweiterung seiner beiden Erddeponien in Balingen und in Albstadt will der Zollernalbkreis Entsorgungskapazitäten für die nächsten Jahrzehnte schaffen. STORZ Deponiebau und CONVIA Geo Consult realisieren diese beiden Projekte, die in unmittelbarem Zusammenhang stehen und als eines ausgeschrieben wurden. Beide Baustellen befinden sich terminlich auf der Zielgeraden.

Dieses Jahres wolle man zumindest in Albstadt fertig sein, bestätigt Bauleiter Marius Binkert. In Balingen könne es aufgrund der aufwendigeren Infrastruktur etwas länger dauern, wenngleich auch nur unwesentlich. Die Luftbilder von Vermesser Sebastian Danner zeigen den Stand der Arbeiten Ende Juni.

Auf beiden Deponien baue man jeweils Wannen für DK0- und für DK1-Material, erläutert der Bauleiter. Auf der Deponie Schönbuch in Albstadt sei man mit dem DK1 Bereich fertig; dort werde bereits seit einigen Monaten Material abgeladen und eingebaut. Das Luftbild zeige dieses Areal rechts in hellem Grau.

Links hingegen fällt deutlich eine dunkelgraue Fläche auf. Bagger bauen hier im DK0-Bereich in Albstadt, also im Weißen Jura, den Posidonienschiefer aus Balingen ein, also aus dem Schwarzen Jura. Binkert: „Dies ist erdgeschichtlich gesehen ein Material, das hier gar nicht hingehört. Aber wir haben in Balingen mit dem Ölschiefer, den wir dort auf der Deponie gefunden haben, beste Erfahrungen gemacht als natürliche Abdichtung. Deshalb transportieren wir ihn auch hier nach Albstadt, um ihn als Dichtmaterial einzubauen. Dies ist vom Auftraggeber so gewünscht. Und erdbautechnisch ist es eine Premiere in Deutschland.“

Das Luftbild aus Balingen zeigt den Stand der Arbeiten dort. Oben ist der große DK0-Bereich sichtbar, an dem die Arbeiten weitgehend abgeschlossen sind, rechts unten erkennt man im DK1-Bereich schwarze Dichtfolie und weißes Geovlies; hier wird noch abgedichtet. Unten links sieht man den Abbau des Posidonienschiefers mit dem neuen Hitachi Bagger. Er befördert das Material in die mobile Brechanlage, wo es zerkleinert wird. Nachdem es zusätzlich noch gefräst wurde, transportiert man es nach Albstadt, um es dort als Dichtung einzubauen.

Marius Binkert macht zusätzlich aufmerksam auf die türkisfarbenen Container am rechten Bildrand. „Dort geschieht etwas Besonderes. Wir verlegen hier mit Hilfe eines Nachunternehmers grabenlos eine DN1200-Stahlbetonleitung im Microtunneling-Verfahren. Hierfür wurde eine 11 m tiefe Startgrube ausgehoben, um mit einem Tunnelbohrgerät der Firma Herrenknecht ein Tunnelbauwerk unterhalb des bestehende Deponiekörpers anzulegen. Durch die Stahlbetonrohre ziehen wir später DN500-PEHD-Rohre für die Entsorgung des Sickerwassers. Wir unterqueren also den Damm ganz rechts im Bild auf einer Länge von ca. 150 m. So vermeiden wir den Bau eines aufwendigen Grabens rund um die Deponie.“

Eine pfiffige Lösung, um die Sickerwässer des DK0- und des DK1-Bereiches getrennt zu entsorgen – in eine Kläranlage und in ein Absetzbecken. Vor allem eine Lösung, die dem Zeitplan entgegenkommt. Man will schließlich termingerecht das Ziel erreichen.

 

Informationen zu den Bildern:

 

Deponie Schönbuch in Albstadt.

 

Deponie Hölderle in Balingen.

 

Grabenlose Verlegung einer DN1200-Stahlbetonleitung im Microtunneling-Verfahren.

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