Industriestraße Gosheim: Kanalbau mit Überraschungen
Diese Baustelle gehört wahrlich nicht zu den längsten. Auf nur 150 m bauten Storzianer aus der Niederlassung Tuttlingen das bisherige Mischsysteme im Untergrund der Industriestraße in Gosheim zu einem Trennsystem um. Und trotzdem war dieses Projekt für Überraschungen gut. Schuld daran: der felsige Untergrund auf der Schwäbischen Alb.
Polier Gunter Herbinger und seine Kollegen freuen sich in diesen Tagen nach Ostern über das sonnige Wetter. Entsprechend sommerlich fällt bereits die Bekleidung aus. Bis vor kurzem war dies jedoch noch ganz anders. „Bis kurz vor Ostern hatten wir hier Frostwetter“, erzählt Gunter Herbinger. „Das hat unseren Zeitplan ziemlich durcheinandergewirbelt. Aber bei 20 cm Schnee kann man eben nicht bauen.“ Jetzt befindet man sich in der Endphase des Projektes.
Diese Baustelle direkt vor den Toren des Maschinenbaukonzerns Hermle steht unter der Leitung von Marcel Stanger. Das neue Kanalsystem im Untergrund soll die großen Massen von Niederschlagswasser getrennt vom Schmutzwasser abführen, welche auf dem Betriebsgelände und insbesondere auf den Dachflächen anfallen. Der von den Storzianern neu installierte Regenwasserkanal mit Betonrohren der größte DN 400 verläuft parallel zum vorhandenen Schmutzwasserkanal und mündet in ein bestehendes Trennsystem 150 m entfernt. Aufgrund eines Trassenkonfliktes musste die zuvor auf dieser Seite verlaufende Wasserversorgungsleitung umgelegt werden.
Die beiden Rohrgräben - der eine für die umgelegte Wasserversorgungsleitung, der andere für den neu zu verlegenden Regenwasserkanal - hätten aus dem vorhandenen Asphalt der Industriestraße herausgeschnitten werden sollen - so die Planung. Doch die Überraschung lauerte im Untergrund. „Wir trafen auf ausgesprochen felsigen Grund“, berichtet Polier Herbinger. „Allerdings handelte es sich nicht um kompakten Fels, sondern um Schichten, aus denen man immer wieder Blöcke herausriss. Wir hatten hier eine über 3 m tiefe Baugrube, und deren Seiten waren nicht stabil bei diesem Untergrund. Also mussten wir umplanen.“ Ein großer Verbau liegt noch auf der Baustelle und zeigt, in welchen Dimensionen hier auf engem Raum gearbeitet wurde.
Erschwerend kam hinzu, dass sich direkt parallel zur Verbautrasse private Versorgungsleitungen der Hermle AG befinden. Die Leitungen finden sich in keinen Leitungsauskünften aufgeführt und sie sind unter Dauerbetrieb. Sie konnten auch nicht ausgeschaltet werden. Es war deshalb äußerste Vorsicht geboten, damit diese Leitungen nicht beschädigt wurden, da es bei einem möglichen Ausfalls der Hermle AG zu einem riesigen und kostspieligen Schaden hätte kommen können.
Die Bauarbeiten standen unter Zeitdruck. Sowohl das Wetter als auch der problematische Untergrund und die Versorgungsleitungen machten es den Bauleuten nicht einfacher. Bis zur Hausmesse des Maschinenbauunternehmens in der zweiten Aprilhälfte sollte alles fertig sein. Eine Aufgabe, welche die beteiligten Bauleute allerdings zu erfüllen wussten.
Bauleiter Marcel Stanger: „Hohes Lob gebührt der Sorgfalt der ganzen Kolonne. Und besonderes Lob verdient die Erfahrung und die Sorgsamkeit unseres langjährigen Poliers Gunter Herbinger!“
Informationen zu den Bildern:
Das Niederschlagswasser dieser Industriegebäude soll künftig in einem Trennsystem entsorgt werden.
Links verläuft der neue Regenwasser-, rechts der bisherige Schmutzwasserkanal.
Polier Gunter Herbinger und Facharbeiter Benjamin Flöß (v.l.).
Baugeräteführer Norbert Vochazer.