L406 bei Lombach-Glatten

Die Wolken hängen tief und es regnet ab und zu an diesem Tag Ende Oktober. Auf der L406 zwischen Loßbach-Rodt und Lombach-Glatten sammeln sich schon die bunten Herbstblätter. Polier Patrick Waller empfängt seinen Besucher vergnügt, obwohl er am heutigen Tag auf seinen Azubi Seyed Ali Musawi verzichten muss – der ist beim Ausbildungstag in Tuttlingen. „Derzeit unsere nördlichste Baustelle in der Niederlassung Donaueschingen“, sagt er. Hier wird auf rund 5 Kilometer die Landesstraße saniert.


Allein schon der Blick von der Rodter Höhe auf die kurvenreiche Strecke lohnt sich. Die Straße schlängelt sich zwischen den Höhen durch, quert dabei zwei kleine Ortschaften. In der ersten, in Sulzbach, treffen wir auf Facharbeiter Marius Lauche. Er gehört zu Wallers Kolonne und ist mit letzten Restarbeiten beschäftigt, kantet Schachtabdeckungen ab. „Die ganze Baumaßnahme ist in sechs Abschnitte eingeteilt“, erklärt der Polier. „Die beiden ersten sind soweit fertiggestellt – die Fahrbahndecken haben wir saniert; wir bereiten sie gerade für eine Zwischenabnahme durch den Auftraggeber vor. Bevor wir die nächsten Abschnitte angehen können, müssen wir hier jedoch den Verkehr wieder freigeben, und da sollte man schon vom Aufraggeber wissen, dass er zufrieden ist.“ Mit Auftraggeber ist hier das Regierungspräsidium Karlsruhe gemeint.


Denn im nächsten Örtchen – in Lombach – gibt es außer dem RP noch die Gemeinde als Auftraggeber. Diese nutzt die Straßensanierung, um 250 m Regenwasserkanal erneuern und vergrößern sowie bei dieser Gelegenheit auch gleich Leerrohre für den Breitbandausbau legen zu lassen – sinnvolle Synergien.


Darum kümmert sich in diesen Tagen Polier Sebastian Campe, der kürzlich mit seinem Team zu Wallers Kolonne stieß. „Diese Baustelle ist derzeit eine besondere mit zwei Polieren“, schmunzelt Waller. Die Erklärung sei aber einfach: Er werde bald Vater und wolle sich deshalb auf seine Familie konzentrieren. „Sebastian übernimmt dann hier für mich!“ Ihr gemeinsamer Oberbauleiter Tobias Barthelmeß kann sich auf Kompetenz und Kontinuität insofern verlassen.


Facharbeiter Norman Richter und Baggerfahrer Stefan Schröder konzentrieren sich derweil auf die Tiefbauarbeiten. Immerhin soll das ganze Projekt schon Mitte November abgeschlossen sein. Passanten schauen ihnen zu und nicken anerkennend.


Überhaupt geht diese ganze Baumaßnahme in atemberaubendem Tempo vor sich. Bis auf den Bauabschnitt 6, wo auf 250 m Länge die Fahrbahn komplett grundsaniert wird, handelt es sich bei dieser Landesstraße im Wesentlichen um eine Deckensanierung, also die Erneuerung der Verschleißschicht. “Wir fräsen in den meisten Bereich die oberste Schicht um 4 cm an. Wo wir nicht gebunden sind durch Randsteine, gehen wir auch tiefer und verstärken die Tragschicht, bevor wir eine neue Deckschicht einbauen“, erläutert Waller. Hier verwende man gummimodifiziertes Mischgut, eine noch recht neue Entwicklung. Damit erhöhe man die Fähigkeit der Fahrbahn zur Anpassung an Temperaturschwankungen. Allerdings sei der Einbau nicht ganz einfach, weil das Material schnell auskühle. Die vielen Schächte sowie die steile Serpentine in Lombach machten die Sache nicht einfacher.


Ein kurvenreicher Einbauparcours eben, den eine kleine Mannschaft in rasantem Tempo meistert.

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