Nahwärmenetz Bräunlingen: Dieses war der erste Streich…

… doch der zweite folgt sogleich! Wer kennt ihn nicht, den berühmten Reim aus Wilhelm Busch‘s „Max und Moritz“! Allerdings geht es hier nicht um die Übeltaten legendärer Lausbuben, sondern um ein Projekt, das Bräunlingen und insbesondere seine Altstadt fit machen soll für die energetische Zukunft. Seit Juni 2025 arbeiten Storzianer am regenerativen Nahwärmenetz der idyllischen Kleinstadt auf der Baar. Den ersten Bauabschnitt haben sie rechtzeitig zu Schwarzwald-Marathon und Bräunlinger Kilbi im Oktober abgeschlossen.

 

Es lag den Auftraggebern besonders am Herzen: Diese beiden lokalen Großereignisse sollten von den Bauarbeiten möglichst nicht behindert werden. Dies gelang auch unter der Bauleitung von Michael Walter. Polier Miroslav Babic und sein Team schafften es wie geplant, bis Oktober den Bereich zwischen der Gartenstraße, dem Pausenhof des Schulplatzes, der Schulstraße, dem Grabenring, der Kirchstraße bis hin zur Blaumeerstraße fertigzustellen. Die Kollegen bauten Nahwärmeleitungen ein genauso wie Medienkabel; auch Wasserleitungen und Stromleitungen wurden erneuert.

 

Der zweite Bauabschnitt zieht sich deutlich ins Jahr 2026 hinein. Die Arbeiten erfolgen in Gegenrichtung vom Rand des Schulhofs bis zum Parkplatz der Sporthalle. Dies alles im Auftrag der Stadt Bräunlingen, der Energieversorger „Naturenergie Hochrhein“ und ESB sowie des Zweckverbandes Breitband. Das Projekt steht mit 1,4 Mio. Euro netto bei STORZ in den Büchern.

 

Was sich so einfach liest, stellt die Storzianer in der Praxis oft genug vor Herausforderungen. Der Platz in der Bräunlinger Altstadt sei ausgesprochen beengt, berichtet Michael Walter. Im Untergrund fänden sich alte Leitungen und Kanäle, und vorhandene Gasleitungen würde man ja nicht ausbauen. Die Rohre des Nahwärmenetzes kämen vielmehr hinzu. „Schwierig und zäh“ nennt Walter diesen Einbau und man ahnt, was der Bauleiter damit sagen will.

 

Immerhin ist jetzt der erste Schritt getan zur kommunalen Energiewende, die Bräunlingen im Bereich der Altstadt bis 2030 vollzogen haben will. Bis jetzt seien es vor allem die städtischen Gebäude, die an das künftige Netz angeschlossen wurden. Nur wenige Private seien dem bislang gefolgt, so Walter. Trotzdem dürfte das Angebot bei den Immobilienbesitzern in der Altstadt, die nicht über einen Keller und somit Platz für eine Heizung verfügen, auf größeres Interesse stoßen, zumal die Stadtbildsatzung Photovoltaikanlagen auf den Dächern weitgehend verbietet.

 

Damit sie ihren „ersten Streich“ rechtzeitig beenden konnten, bekamen die Tief- und Straßenbauer und die Asphaltkolonne um Sven Dorn aus Donaueschingen kurzzeitig Unterstützung aus Tuttlingen, und zwar durch die Asphaltkolonne um Ralf Wagner.

 

 

Informationen zu den Bildern:

 

Asphaltarbeiten in der Bräunlinger Altstadt - hier wird ein Nahwärmenetz verlegt.

 

Asphaltkollegen aus Tuttlingen halfen kurzzeitig aus.

 

Polier Miroslav Babic (M.).

 

Inzwischen hat man den zweiten Bauabschnitt in Angriff genommen.

Zurück