Neugestaltung und Begrünung: Aufwertung für Markdorfs Marktplatz
Wo bis vor wenigen Wochen noch Autos parkten, Markttreiben herrschte und sich städtisches Leben abspielte, bestimmen inzwischen Bagger, Bauzäune und schwere Maschinen das Bild. Markdorf gestaltet seinen Marktplatz grundlegend um und wertet ihn gleichzeitig auf. Die Maßnahme gilt als eines der bedeutendsten städtebaulichen Projekte der vergangenen Jahre. STORZ realisiert es für die Stadt am Gehrenberg.
Der Anlass für die Sanierung ist eher pragmatisch: Das bisherige Porphyrpflaster wies erhebliche Schäden auf und musste erneuert werden. Man nutzte diese seltene Gelegenheit und entschloss sich, aus einer einfachen Sanierungsmaßnahme weit mehr zu machen. Die städtischen Planer schlugen vor, diesem zentralen Platz unter den Glocken der Stadtkirche St. Nikolaus in einen modernen und klimaangepassten Treffpunkt in der Innenstadt zu verwandeln.
Seit Mitte Juli ist der Marktplatz nun also vollständig gesperrt. Unter der Bauleitung von Jürgen Maas (Abrechner Severin Straub) haben Polier Helmut Frank und seine Kollegen das bestehende Pflaster bereits entfernt, den Einbau von Versorgungsleitungen vorbereitet und erste Baumquartiere ausgehoben.
Denn Markdorfs neuer Marktplatz soll deutlich grüner ausfallen als bisher. Rund um das Stadtwappen soll ein kleiner Klimahain entstehen, ergänzt durch weitere Baumstandorte entlang des Platzes. Insgesamt werden zwölf neue Bäume gepflanzt. Sie sollen künftig Schatten spenden und den Aufenthalt auf dem bislang stark versiegelten Areal angenehmer machen.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Die Bäume erhalten großzügige unterirdische Wurzelräume mit speziellen Schotter- und Substratschichten. Diese speichern Regenwasser und geben es bei Trockenheit wieder an die Pflanzen ab. Dadurch sollen die Bäume langfristig besser wachsen und gleichzeitig zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen. Gleichzeitig vermeidet diese Pufferung von Oberflächenwasser bei heftigem Starkregen eine Überlastung der herkömmlichen Kanalisation.
Auch für Fußgänger und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bringt die Umgestaltung Veränderungen. Entlang des Platzes entsteht ein barrierefreies „Mobilitätsband“ aus farbigem Asphalt, das die bereits in der Marktstraße begonnene Gestaltung fortführt. Ergänzt wird dies durch einen neuen Gehweg mit besonders eng verlegtem Pflaster.
Trotz der neuen Aufenthaltsqualität bleibt der Marktplatz auch künftig für den Autoverkehr zugänglich. Nach längeren Diskussionen im Gemeinderat entschied man sich, 31 schräg angeordnete Stellplätzen anzubieten.
Während der Bauzeit wird Markdorfs Marktplatz allerdings ohne Märkte auskommen müssen. Der Wochenmarkt wurde auf die Hauptstraße verlegt. Mehrere traditionelle Veranstaltungen fallen aus oder finden nur in reduzierter Form statt. Dafür werden sich künftige Marktteilnehmer über eine verbesserte technische Infrastruktur freuen können, etwa über neue Strom- und Wasseranschlüsse. Hinzu kommen moderne Entwässerungssysteme, Fahrradabstellanlagen sowie Vorbereitungen für eine spätere Beschattungsanlage.
Die Storzianer, die dieses Projekt derzeit umsetzen, hätten die vorgesehenen Bäume wohl am liebsten schon jetzt gehabt - soviel wurde beim sommerlichen Besuch deutlich. Während der Hitzewellen wurden die hohen Temperaturen nämlich bereits am frühen Vormittag zur Belastung.
Trotzdem liegen die Arbeiten im Zeitplan. Die Fertigstellung des neuen Marktplatzes in Markdorf ist für Mitte November 2026 vorgesehen.
Informationen zu den Bildern:
Der Marktplatz in Markdorf - STORZ verwandelt ihn in einen modernen und klimagerechten Treffpunkt in der Innenstadt.
Der Platz zu Füßen der Kirche St. Nikolaus soll deutlich grüner als zuvor werden.
STORZ-Polier Helmut Frank.
Anfang 2027 sollen die Arbeiten beendet sein.