Ortsdurchfahrt Islikon: Großbaustelle im Herzen des Dorfes
Die Bürgerinnen und Bürger im schweizerischen Islikon brauchen seit Mitte letzten Jahres Geduld und starke Nerven. Mitten in ihrem Dorf befindet sich eine Großbaustelle. Hier wird nicht nur die schadhafte Ortsdurchfahrt erneuert; die Gemeinde im Kanton Thurgau bekommt zugleich auch eine sanierte Infrastruktur im Untergrund. Kanäle und Leitungen werden neu verlegt, insbesondere wird der zentrale Teil des Tegelbach-Durchlasses neu gebaut. Dies alles realisieren die Kollegen der Convia Bau AG.
„Wir sind im Plan“ stellt Convia-Bauführer Pascal Maier zufrieden fest. Eine Aussage, die nicht unbedingt selbstverständlich ist angesichts der Dimension dieser Sanierungsmaßnahme. Im Oktober letzten Jahres hat man im Zentrum des Dorfes mit dem Neubau der Verdolung des Tegelbaches begonnen. Das Gewässer ist auf eine Länge von 190 m unterirdisch gefasst und durchquert Islikon. 27,5 m davon wurden im Bereich der Hauptstraße komplett erneuert. Ursprünglich war geplant, diesen Bau in zwei Etappen zu realisieren. Dann überzeugte jedoch ein Vorschlag von Convia, die Baugrube mit einer 20 m langen Stahlbrücke zu überbauen und die Verdolung in einem Zug zu ersetzen. Dies verkürzte die Bauzeit deutlich.
Während der Bauzeit musste das von Süden nach Norden fließende Gewässer umgeleitet werden. Maier: „Hochwasserschutz ist hier ein wichtiges Thema, weshalb es weitere kleinere Baumaßnahmen gab. Die Arbeiten, die bis in den Mai dauern sollen, sind technisch anspruchsvoll und erfordern eine sorgfältige Koordination“, so der Bauführer.
Die tiefe Baugrube direkt vor dem Gasthof Ochsen zeigt, womit Polier Dino Soller und seine Mannschaft es hier zu tun hat. Spundwände sichern einen Graben, der fast rechtwinklig zur Verdolung des Tegelbaches verläuft. Hier installiert man Schachtbauwerke größerer Dimension, welche als Sammler für Schmutz- bzw. Regenwasser dienen, sowie große Zuführkanäle.
Der Leitungs- und der spätere Straßenbau östlich und westlich des Dorfzentrums geht auf einer Gesamtlänge von 1.220 m in insgesamt sechs Etappen vor sich. Auch er ist nicht unkompliziert angesichts der zahlreichen Hausanschlüsse, welche für Abwasserkanäle, Wasserversorgung, Strom und Fernwärmeleitungen zu legen sind. Aktuell befindet man sich im dritten Bauabschnitt.
„Dies alles geschieht unter Verkehr, was ist die Sache natürlich nicht leichter macht“, sagt Pascal Maier. Durch Islikon führt eine wichtige Ost-West-Verbindung zwischen den Städten Frauenfeld und Winterthur. Für die Zeit der Bauarbeiten hat man eine Einbahnstraßenregelung getroffen.
Bauführer Maier nennt einige Kennzahlen dieser Großbaustelle:
- Aushub: ca. 8.000 m³
- Kies: ca. 7.200 m³
- Beton: ca. 1.400 m³
- Rohre: ca. 8.750 m
- Belag: ca. 7.500 t
- Auftragswert: 6,3 Mio CHF
Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie der Aufenthaltsqualität im Dorfkern – so hat es die politische Gemeinde Gachnang formuliert, zu der Islikon gehört. Ende 2026 will man fertig sein mit dieser großen Infrastrukturmaßnahme.
Wie gesagt: Bis dahin brauchen die Bürgerinnen und Bürger von Islikon noch Geduld und starke Nerven.
Informationen zu den Bildern:
Das Zentrum von Islikon ist seit August vergangenen Jahres eine Großbaustelle.
Rechts im Bild die neugebaute Verdolung des Tegelbaches. Die Baugrube wartet auf ein größeres Schachtbauwerk.
Zum Jahresende soll sich die Aufenthaltsqualität im Dorfzentrum deutlich verbessert haben.
Bauführer Pascal Maier.