Poliertagung 2020 in der Tuttlinger Stadthalle

Winterzeit ist Tagungszeit. Auch wenn dieser Winter mal wieder seinen Namen kaum verdient, eher die Plus- als die Minus-Temperaturen dominieren und bereits viele Baustellen schon wieder auf ordentlichen Touren laufen. Zu Beginn des Jahres heißt es trotzdem für Facharbeiter, Poliere und Ingenieure, zurückzublicken und Bilanz zu ziehen, Erfahrungen auszutauschen und vor allem Neues zu erfahren. So auch auf der Poliertagung 2020, die wie immer in der Tuttlinger Stadthalle stattfand.


STORZ-Geschäftsführer Markus Elsen konnte die stattliche Anzahl von 72 Polieren begrüßen, die zu diesen zwei Akademie-Tagen angereist waren. In drei Gruppen absolvierten sie ein straffes Programm, welches vor allem natürlich die Praxis im Blick hatte.


Christian Rebmann, Bereichsleiter Asphalteinbau, berichtet vor den STORZ-Polieren im Detail über die beim Pilotprojekt B313 Krumbach – Messkirch gemachten Erfahrungen. Hier hatte man im August 2019 versucht, den Einbau der Fahrbahndecke nach den Maßgaben des Handbuchs „QSBW 4.0“ umzusetzen. Es hieß dies, den theoretischen Anspruch des vom Land vorgegebenen „Qualitätsstraßenbaus Baden-Württemberg“ an der Wirklichkeit zu messen. Vieles, so wurde klar, ist durch die digitale Vernetzung der Akteure bei Produktion, Transport und Einbau des Mischgutes optimierbar, aber alles hängt von der Qualität der zur Verfügung stehenden Kommunikationsverbindungen ab.


Christoph Feger, Bauleiter und im Bereich Großprojekte zuständig für die Baustelle B33 Tunnel Waldsiedlung informierte über deren Fortschritt. Hier geht manches zwar in atemberaubender Geschwindigkeit vor sich, die westliche Zufahrt ist bereits betoniert und erste Tunnelblöcke entstehen, doch in Richtung Osten machen unvorhergesehene Wassereinbrüche den Erdbauern immer wieder zu schaffen.


Wasser und feuchter Grund machten Storzianern auch an der B32 Probleme, bei der Verbreiterung dieser Bundesstraße zwischen Altshausen und Vorsee. Hier musste in moorigem Gebiet gebaut werden. Geomatten und tausende von Mikropfählen machten hier aus einem nicht tragfähigen, nassen Boden einen brauchbaren Untergrund. Bauleiter Sebastian Ziegler aus der Niederlassung Sigmaringen referierte.


Betriebsinterne Themen prägten den Nachmittag des ersten Tages. Christian Kopp stelle Umstrukturierungen auf dem Bauhof vor; unter anderem ein neues Erfassungssystem für Kleingeräte und Anbauteile wie etwa Baggerlöffel. Holger Würth sprach über Fragen der Lohnabrechnung, Theo Hense und Markus Mayer über das System „1-2-3-erfasst“, die Digitalisierung des Bautagesberichts.
Am zweiten Tag richteten sich die Blicke auf rechtliche Fragen. Der Arbeitsrechtler Dr. Ingo Lange von der Bauwirtschaft Baden-Württemberg informierte zum Thema „VOB für Poliere“ unter anderem über Grundlegendes im Vertragswesen. Bruno Zöllner von der Berufsgenossenschaft Bau hatte die richtige Verkehrssicherung an Baustellen zum Thema.

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