Storzianer „after work“: Mit Geschick und Können in Richtung Weltmeisterschaft?
Was machen Storzianerinnen und Storzianer eigentlich „after work“, also in ihrer Freizeit, wenn sie die Arbeitskleidung abgelegt, den Computer runtergefahren und einen Strich unter die letzte Abrechnung gemacht haben? Wo, wie und wann schlagen ihre Herzen höher? Wo tanken Sie auf? Woher beziehen sie Freude und Kraft? Mit etwas Glück dürfen wir der einen oder dem anderen privat über die Schulter schauen, staunend und respektvoll. Diesmal erlaubt uns Lukas Jäkle einen Blick hinter seine ganz persönlichen Kulissen.
Auf den STORZ-Baustellen gehört Lukas Jäkle zu den gern gesehenen Kollegen. Wenn der 21-jährige mit seinem roten Werkstattwagen vorfährt, ist meistens Not am Manne. Und wenn er wieder wegfährt, in aller Regel ein technisches Problem gelöst. Lukas ist Land- und Baumaschinenmechatroniker bei STORZ Service, ein ehemaliger „Vorzeige-Azubi“ sogar, der seine Ausbildung 2024 mit einem Erstem Platz bei der Handwerkskammer Konstanz abschloss.
Es war kein Zufall, dass er diesen Beruf wählte. Er stammt aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie, die ihn die Liebe zur Natur und zur Technik verbinden lehrte. Und die Landwirtschaftstechnik lässt ihn dementsprechend auch in seiner Freizeit nicht los. Genau wie sein Vater Artur betreibt er das Leistungspflügen.
Dass Felder gepflügt werden müssen, weiß man. Aber die wenigsten dürften schon von Leistungspflügen gehört haben. Worum es dabei geht? Kurz gesagt: um die perfekte Furche. Leistungspflüger wollen das am schönsten gepflügte Feld vorweisen, und dies erfordert Können und Präzision - Ergebnis intensiven Trainings. Bei Wettkämpfen treten sie gegeneinander an, natürlich unter Zeitdruck.
Lukas belegte vor wenigen Monaten beim Landesentscheid in Schlatt am Randen immerhin den zweiten Platz. Sein STORZ-Kollege Laurin Hall, ebenfalls Azubi in der Werkstatt unter den Fittichen von Lothar Schlatter, kam auf Platz 3. Bei den Europameisterschaften im englischen Nottinghamshire im Frühjahr 2025 hatte sich Lukas gegen 20 Konkurrenten aus ganz Europa auf den sechsten Platz vorgekämpft. Den Weg bis zum Wettkampfort habe er mit seinem Traktor „auf Achse“ zurückgelegt, erzählt er: 160 km Strecke bei Linksverkehr – ein eigenes Abenteuer.
Leistungspflüger sprechen von ihrem Hobby als „Königsdisziplin unter den landwirtschaftlichen Tätigkeiten“, und dies nicht nur in Deutschland. Sie tragen Europa- und sogar Weltmeisterschaften aus. Lukas hat bereits an 2 EM teilgenommen; jetzt denkt er in Richtung WM. Allerdings ist er auch Realist. Während in Deutschland für Wettbewerbe ein Höchstalter von 35 Jahren gelte, dürften in anderen Ländern selbst die richtig alten und erfahrenen Landwirte mitmachen. Gegen diese Gegner von den Britischen Inseln oder aus Österreich aber habe er keine Chance. Doch unter die Top 10 wolle er schon kommen. Immerhin habe er bei den jüngsten Europameisterschaften in England den sechsten Platz belegt.
Lukas tritt eher bescheiden auf, auch im Wettkampf. Wenn er mit seinem eher kleinen Traktor Fendt 260 S auftauche, lachten alle, erzählt er. Aber aus dessen Cockpit habe er alles im Blick, dies sei für ihn die ideale Maschine.
Ein Storzianer mit Sportsgeist also, der sich mit Geschick und Können in Richtung Weltmeisterschaft bewegt? Drücken wir dem jungen Leistungspflüger Lukas Jäkle mal die Daumen!
Informationen zu den Bildern:
Zwei Storzianer mit Sportsgeist: die Leistungspflüger Lukas Jäkle (l.) und Laurin Hall auf den Plätzen 2 und 3 beim Landesentscheid in Schlatt am Randen.
Lukas im Frühjahr 2025 bei der EM im englischen Nottinghamshire.